Die von uns favorisierte professionsbezogene Verdichtung sozialpädagogischer Theorieüberlegungen verweist auf die besondere Bedeutung der Reflexivität in der Sozialpädagogik/Sozialarbeit als struktur- und prozessreflexive Handlungswissenschaft. Sozialpädagogik wird von ihrer historischen Entwicklung her als professionalisierte Reflexionswissenschaft gedacht und meint damit theoretische Ansätze zur Entwicklung eines angemessenen forschungsmethodischen Zugangsbedarfs, der die gesellschaftliche Realität der SA/SP in ihrer Komplexität und der das nutzerspezifische Potential in seiner Tiefendimension zu erschließen vermag (Dewe 2006).
Tatsächlich besteht ein hoher Bedarf an professioneller Reflexionskompetenz in der sozialpädagogischen Theorie und Praxis. Hierzu sind theoretische Grundlagen eines reflexiven Verständnisses ebenso wichtig wie die Transformation wissenschaftlicher Reflexion in die berufliche Praxis. Reflexion wird evoziert in Organisationen Sozialer Arbeit, in wissenschaftlichen Evaluationen, in der beruflichen Supervision, bei der Hilfeplanung und in der Beratung. Dabei geht es zum einen um den Erwerb professioneller Reflexionskompetenz und zum anderen um die Anleitung zur Reflexion.
Die von uns re-formulierte Professionstheorie befasst sich mit der Entwicklung von Reflexionskompetenz, der Entstehung von Wirklichkeitskonstruktionen, der Transformation von Bedeutungsperspektiven und dem Erwerb von Könnensstrukturen und Fallbearbeitungskompetenzen. Ziel unserer Absichten ist eine Bündelung der sozialwissenschaftlichen Ansätze zur Reflexivität in der Sozialpädagogik unter Hinzuziehung der aktuellen Professionstheorien und Forschungen. Ausgehend von der Fragestellung nach den Bedingungen, Grundlagen und Voraussetzungen eines wissenschaftlichen Verständnisses sozialpädagogischer Reflexion sollen die Antworten in den Praxisfeldern, der Theoriebildung, den sozialpädagogischen Institutionen, der Aus- und Weiterbildung und der Forschung gefunden werden.
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